Meine Pferde - oder wie alles begann:
Ich bin, wie wohl sehr viele Mädchen, schon als Kind absolut pferdenarrisch gewesen!
Im Alter von knapp 6 Jahren saß ich das erstmal auf einem Shetlandpony, das mich gleich mehrere Male hintereinander abgeworfen hat.... meiner Liebe zu den Pferden und zum Reiten hat das jedoch keinerlei Abbruch getan!
Mit 12 Jahren durfte ich in den hiesigen Reitverein eintreten und "richtig" reiten lernen. Ich war noch sehr klein und zart, aber mein Lieblingspferd war das Vereinspferd "Pirat", ein ziemlich großer sanfter brauner Wallach. Ihm verdanke ich viel von dem was ich heute kann.
Flori (*12.05.1977 +09.08.2009)
Am 11. Januar 1981, am Geburtstag meines geliebten Vaters, bekam ich mein erstes eigenes Pferd - ein kleines verdrecktes, verwahlostes Araber-Norwegerpony, das ich auf den Namen "Flori" taufte.
Anfangs verstanden wir zwei uns überhaupt nicht. Er war super frech und in keinster Weise erzogen!
Aber in unserem ersten gemeinsamen Jahr haben wir uns zusammengerauft, wir wurden gemeinsam erwachsen und er wurde das "Pferd meines Lebens".
Ich habe ihn selbst eingeritten, erst englisch und bin mit ihm in die Springstunde gegangen und bei einem Stockmaß von mittlerweile 147 cm hat er einen Steilsprung von 140 cm sauber übersprungen.Wir haben super viel Unsinn miteinander getrieben; stundenlang waren wir unterwegs in Wald und Flur. Aber ich hab auch durchaus Abstecher mit ihm gemacht, bin mitten durch mein Heimatstädtchen geritten, ein Volksfest besucht, habe ihn in den Hausflur meines Elternhauses geführt und dergleichen mehr. Er war durch nichts zu erschüttern! Er liebte Wasser und planschte für sein Leben gern im See!
Außerdem war er für alles zu begeistern - hauptsache dabei!
Flori war einfach ein absolut wunderbares Pferd...!
Da er im Gelände immer sehr ausdauernd und super flott unterwegs und kaum müde zu bekommen war, fing ich, auf Rat meiner Freundin Gabi an, mit ihm auf Distanzritte zu gehen. Er war mit Feuereifer dabei - Traben ohne Ende - das kam seinem Temperament entgegen!
Bei einem Winterausritt im Jahre 1985/86 stürzten wir und er zog sich einen Sehnenriß zu. Damals gab es ja noch kein Handy und ich konnte ihn schlecht alleine mitten im Wald stehen lassen und so mußte ich mit ihm die knapp 2 km zu seinem Stall (er stand in Boxenmiete im Nachbarort) laufen. Bis wir ankamen, war das Bein dick und heiß. Diagnose des Tierarztes: erstmal 6 Wochen strenge Boxenruhe. Leider war es danach nicht besser. Tierarzt meinte, das beste wäre ihn einschläfern zu lassen, er sei sowieso nie mehr reitbar....
Es war eine schlimme Zeit für mich - was war das Richtige?
Dann bekam ich das Angebot ihn in den Odenwald zu stellen.
Er konnte die ersten Wochen kaum laufen. Doch nach und nach bemerkte man eine Besserung. Und nach etwas über einem Jahr konnte ich ihn wieder nach Hause holen. Mein Vater hatte mittlerweile bei uns im Ort einen Offenstall gebaut und dort zog mein Flori, zusammen mit dem Norwegerpony "Fanny" meiner Schwester, ein.
Nach einem weiteren knappen Jahr bemerkte ich, daß Flori bei den Spaziergängen, beim longieren usw. sehr munter lief und absolut lahmfrei war. Also habe ich mich getraut, ihn mal wieder zu reiten. Immer noch lahmfrei.
Ich entschloß mich, mit ihm bei einem Distanzritt mitzumachen, der bei uns im Flachland stattfand und auch nur 30 km betrug. Er absolvierte ihn mit Bravour!
In den folgenden Jahren kamen viele Hundert Kilometer zusammen, unter anderem ein 120 km Ritt in 2 Tagen. Und einmal hat er bei einem Staffettenritt (60/40 km) mit Peter, einem guten Bekannten sogar den 1 Platz gemacht! Soviel zu der Aussage des TA er sei nie mehr reitbar...
Außerdem habe ich mit ihm angefangen western zu reiten. Auch hier war er mit Begeisterung dabei - er hatte viel Spaß an Trails - also z.B. über eine Wippe gehen, ein Tor durchreiten, ohne das das Tor losgelassen werden durfte, Flatterbänder, rückwärts um Pylonen ect.
Wir nahmen an einigen Ralleyes teil und er sahnte viele Pokale ab!
Von seinem Charakter war Flori bei aller Nervenstärke ein Schlitzohr mit einem Charme und einer Liebenswürdigkeit, wie es wohl keines mehr gibt. Egal ob Erwachsene, die unsicher waren, oder Kinder auf ihm saßen, er lief wie auf rohen Eiern. Wenn aber jemand auf ihm saß, der von sich überzeugt war reiten zu können, den warf er ohne Ausnahme innerhalb von Minuten ab.
Er lernte einen Rodelschlitten zu ziehen. Auch hier hat er mit Begeisterung mitgemacht und liebte es durch den Pulverschnee zu galoppieren, daß den Schlittenfahrern nur so die Schneebälle um die Köpfe flogen... :-).
Im reifen Alter von 24 Jahren bekam ich die Anfrage unseres Pfarrbüros, ob ich mit meinem Schimmelchen den St. Martin spielen wollte - 1 Stunde den Martinszug durch die Stadt anführen, mit Blaskapelle, Feuerwehrauto und so um die 600 Kinder die daran teilnehmen. Ich sagte zu und Flori wurde für 6 Jahre das St. Martinspferd. Er liebte Kinder und die Auftritte als St. Martins-Pferd genoss er sichtlich!
Mit 29,8 Jahren habe ich ihn noch geritten - natürlich altersangepasst!
Dann, Ende November 2006 bekam er eine ganz schlimme Kolik. Die TÄ war den ganzen Tag immer wieder da, jedoch brachten die Behandlungen nur ganz kurzfristige Besserung - meist ging es ihm sehr schlecht..... Abends hatten wir nur die Möglichkeit ihn zu erlösen oder zu versuchen ihn in die Klinik nach Baden Baden zu bringen. Ich entschied mich für die Klinik obwohl kaum Hoffnung bestand.
Aber er wollte wohl noch nicht gehen, denn nach 1 Woche Aufenthalt wurde er fit und munter wieder entlassen. Aber nun merkte man sein Alter. Er nahm ab und wurde ruhiger. Jedoch war er noch immer Chef der Herde, die mittlerweile aus ihm selbst, aus Nenjah und dem Esel Fridolin bestand.
Im Juni 2008 legte er sich zum Sterben hin, nachdem er im Laufe des Jahres immer wieder kleine Kolikschübe hatte. Auch an diesem Tage hatte er mehrere Stunden immer wieder Kolikanzeichen und er baute sichtlich ab..... Meine TÄ und THP empfahlen mir, den "natürlichen Sterbeprozess" zuzulassen, und sollte er sich wider Erwarten doch quälen, würde die TÄ ihn einschläfern. Also die beiden waren die ganze Zeit dabei als es langsam zu Ende ging. Er bekam keinerlei Medikation mehr. Er atmete nur noch unregelmäßig bzw. hatte schon Atemaussetzer und wir warteten eigentlich nur noch darauf, daß er den letzten Atemzug machte. Fast die ganze Zeit saß ich bei ihm... Auf einmal ging mein Fridolin zu ihm hin, stupste ihn energisch an, mein Flori machte seine Augen auf, atmete tief ein und aus, stand auf und ging langsam, mit bedächtigen Schritten zum Heu um zu fressen! Wir starrten uns alle mit offenem Mund an. Ein Wunder! Ich habe dann anschließend in Zusammenarbeit mit meiner THP seine Ernährung umgestellt und er wurde wieder richtig fit.
Am 12. Mai 2009 haben wir seinen 32. Geburtstag gefeiert. Kurz darauf merkte man daß er deutlich abnahm. Jedoch seine Augen leuchteten noch immer voll Lebenslust und Übermut.
Am Samstag, dem 08.08.2009 habe ich alle, wie seit 23 Jahren jedes Jahr, in den Odenwald, wo er damals wegen seiner Sehenverletzung schon stand, auf die Sommerkoppel gebracht. Die Besitzerin der Koppeln, Sigrid, hat extra für ihn eine schöne flache Wiese ausgesucht, daß er als Flachlandtiroler keine Berge mehr steigen muß.
Ich hab ihn aus dem Pferdeänger ausgeladen, er hat sich begeistert umgeschaut: "Ach, schön, ich bin wieder im Urlaub". Begeistert hat er sich über das Gras hergemacht (Nenjah und Friedel natürlich auch!). Als ich am frühen Nachmittag ging, hat er gefressen, vorher noch mit mir geschmust und hat sich seines Lebens erfreut.
Am nächten Tag mittags kam der schreckliche Anruf von Sigi: Flori liegt, TA schon benachrichtigt. Wir fuhren hin, er hing schon an der Infusion. Total dunkelrotes Blut. Kreislaufkollaps. Trotz 10 l Infusionslösung und dann nochmal 5 l Glukose hat er es auch mit unserer Hilfe leider nicht mehr geschafft aufzustehen. Nach über 4 Stunden vergeblichen Wartens, ihm helfen wollen, vielen vielen Tränen und großer Verzweiflung und dann doch die Erkenntnis bekommend, daß seine Augen wenn sie denn mal offen sind, nicht mehr mich anschauen, sondern schon woanders hin sehen, haben wir uns entschlossen, ihn gehen zu lassen. Die TÄ gab ihm die Spritzen und nach einem letzten langen Atemzug, sein Kopf in meinem Schoß, ist er friedlich mit gespitzen Ohren eingeschlafen.
Mein geliebtes Watschelpferd, mein Engel, ich werde Dich so lange ich lebe immer liebhaben!!!!!!!
Nora (*26.05.1979 +02.01.2002)
Da es ja so aussah im Jahre 1987, das ich Flori nicht mehr reiten könnte, habe ich mir ein Reitpferd gekauft.
Meine Arabermixstute Nora war eine sehr zarte und scheue, superhübsche schwarzbraune Arabermix-Stute von ca. 13 Jahren. Sie kam aus sehr schlechter Haltung und hatte panische Angst vor Männern. Aber nachdem ich sie aufgepäppelt habe wurde sie menschenbezogen und super reitbar. Außerdem liebte sie meinen Vater im Laufe der Zeit abgöttisch! Ich habe mit ihr und meiner Freundin Gabi einen superschönen Wanderritt unternommen, bei dem wir rund 200 km bis in die Nähe von Hermeskeil geritten sind. Es war herrlich!
Auch mit ihr habe ich ein paar Distanzritte absolviert, die sie sehr gut gemeistert hat. Allerdings habe ich festgestellt, daß sie Probleme mit der Hinterhand hatte - sie hatte nach erfolgter Diagnose Spat und einen Hahnentritt. Ich entschloss mich, sie operieren zu lassen. Gleich bei Ankunft in der Klinik fiel mir ein wunderschöner Araberhengst "Sharon" auf.....
Nach erfolgreicher Op. von Nora wollte es das Schicksal, daß sie in die Box neben Sharon zum auskurieren kam. Es kam wie es kommen musste.... sie wurde rossig und der TA und der Hengstbesitzer meinten übereinstimmend man könne ja mal schauen was so passiert - lange Rede kurzer Sinn: 11 Monate später hatte ich noch ein Pferd - meine Nenjah!
Nora lief nach der Rekonvaleszenz noch einige Distanzritte und auch viele schöne Spazierritte. Auch war sie mit Ulrike, meiner langjährigen Reitbeteiligung und guten Freundin bei diversen Ralleys sehr erfolgreich und hat ebenfalls ein paar Pokale gewonnen.
Nora (und Flori) brachten Yvonne, einem lieben Mädel, die mich noch heute ab und an besucht, erfolgreich das Reiten bei. Nora ist einmal mit ihr, als wir ganz gemütlich spazierenreiten wollten, im vollen Galopp quer über die Felder wieder zu unserem Stall gerannt..... GsD hat Yvonne das Reiten daraufhin nicht aufgegeben. sondern ist noch einige Jahre regelmäßig gekommen!
Im Alter von 27 Jahren konnte ich nur noch kleine Kinder auf Nora reiten lassen, sie baute sichtlich ab. Jetzt merkte man deutlich daß sie in ihrer Jugend kein gutes Leben hatte...
Im Winter 2002 bei Minustemperaturen von knapp 10°C stürzte sie unglücklich bei einem Spaziergang, und kam leider auch mit Hilfe von mehreren Menschen nicht mehr hoch. Bis der TA kam, war sie auch schon deutlich unterkühlt. Trotzdem gab ihr der TA auf meinen Wunsch ein kreislaufstabilisierendes Mittel, jedoch brachte das leider keinen Erfolg und so habe ich mich schweren Herzens entschlossen, sie einschläfern zu lassen. Ich hielt ihren Kopf in meinen Armen als sie friedlich einschlief!
Meine kleine liebe Nora-Maus möge es Dir gut gehn über der RBB und ich werde Dich nie vergessen!
Nenjah (*26.06.1990)
Nenjah ist ein "Kind der Liebe", entstanden aus einem Spaß heraus von meiner Nora und einem rassigen, edlen Araberschimmelhengst Namens Sharon.
Nenjah ist nachmittags gegen 17:00 Uhr geboren. Als sie auf die Welt kam (in meinem Offenstall) war sie braun wie ein Reh und hatte die gleichen weißen Abzeichen wie ihre Mama - eine unregelmäßige Blesse und 3 weiße Fesseln.
Mittlerweile ist sie ein superhübsches Schimmelchen geworden, die ihrem Vater sehr ähnlich sieht.
Meine Nenjah ist "mein Baby", meine kleine Krötenmaus. Sie wurde mit 4 Jahren western eingeritten. Vorher haben Ulrike und ich schon allerhand mit ihr gemacht: sie ging als Handpferd mit, sie wurde durchs Städtchen geführt und sie wurde an Plastikplane, Autos, Hunde, Musik, Blitzzlicht usw. gewöhnt.
Sie läuft seit Flori nicht mehr konnte ebenfalls den St. Martin und ist fast ganz genauso nervenstark wie Flori.
Außerdem ist sie ein sehr gutes Distanzpferd und war einige Male erfolgreich bei Ralleys unterwegs! Ferner hat sie mit meiner späteren Reitbeteiligung Elena erfolgreich an kleineren Westernturnieren teilgenommen. Heute wird sie von Sabi und Lisa geritten und versorgt.
Nenjah ist unheimlich kinderlieb, verschmust und sehr menschenbezogen. Man merkt ihr deutlich an, das sie noch nie in ihrem Leben was schlechtes von Menschen erfahren hat.
Ihre über 20 Jahre merkt man ihr ebenfalls noch nicht an.
Ich hoffe, daß sie noch viele Jahre bei mir verbringen kann, meine kleine Maus!
Fridolin (*09.05.1987)
Mein Zwergesel Fridolin (97 cm groß) kam 1988 zu mir.
Friedel liebt Hunde und überhaupt alles was kleiner ist als er, abgöttisch! Außerdem ist er super kinderlieb. Er läßt Kinder absolut alles mit sich machen. Ganz geduldig und sanft. Wenn er dann mal genug hat, legt er ganz kurz die Ohren an und läuft weg. Dann muß man ihn in Ruhe lassen. Nach einigen Minuten kommt er wieder und man kann weitermachen.
Er liebt es geputzt und geschmust zu werden, allerdings darf man nicht sofort seine laaaangen Ohren anfassen, das mag er nicht. Aber wenn er schmusig ist findet er es ganz toll, wenn man die Ohren krault - aber das möchte er selber bestimmen...!
Friedel und Flori waren vom ersten Tag bis zuletzt ganz ganz ganz dicke Freunde! Die beiden haben sich wirklich geliebt. Demensprechend traurig war er auch, als Flo ging. Aber er wird wieder munterer. Er hat sich nun Nenjah angeschlossen. Bei ihr darf er auch schon einiges mehr, als vor Floris Tod, sogar von einem Haufen Heu fressen. Aber so die große Liebe ist es bei beiden leider nicht...
Da Esel sehr alt werden können (über 40 Jahre ist keine Seltenheit), hoffe ich daß Fridolin noch lange bei mir bleibt!