Jala (und Lene und Lucie) werden roh ernährt. B.A.R.F. nennt man das (frei übersetzt: Biologisch Artgerechte Rohfütterung).
Warum ich kein Fertigfutter füttere?
Dazu muß ich etwas weiter ausholen... :-)
Der Hund gehört zu den Fleisch- bzw. Beutetierfressern (Karnivoren).
Wenn man jedoch die Zusammensetzung eines herkömmlichen Hundefutters genauer unter die Lupe nimmt, wird man feststellen, dass in 95% der Fälle an erster und auch oft noch an zweiter Stelle Getreide steht (das Futtermittelgesetz verpflichtet den Hersteller die Komponenten, die am stärksten vertreten sind, an erster Stelle aufzuführen....). Dann folgt in der Zutatenliste mit Glück ein Fleischmehl und dann kommt häufig noch mal ein Getreide oder so etwas wie Pflanzenprotein (was nichts anderes ist als Holzzellulose).
Ich frage mich, was eine so große Menge Getreide in einem Futter für einen Fleischfresser macht. Denn schliesslich ernähre ich hier Fleischfresser und keine Pflanzenfresser!
Noch ein großes Problem ist die Qualität des wenigen Fleisches, welches noch im Futter verarbeitet ist (bei einigen Hundefuttern sind das noch ganze 4% vom Gesamtfutter). Sehr oft werden nur Mehle und tierische Nebenerzeugnisse verarbeitet. Die anderen 96% ? liest sich fast wie ein Horror-Roman (auf meiner Link-Liste unter Ernährung sind einige Links angefügt, wo man nachlesen kann - da ich keine Auszugsgenehmigung habe, bitte ich um eigene Recherche).
Die Zutatenliste ist oft mit jeder Menge Vitaminen und Mineralstoffen zugesetzt; doch was ist davon wirklich wichtig für den Hund? Der Rohascheanteil sollte 4% nicht überschreiten – da der Rohascheanteil die Mineralstoffe im Futter angibt. Denn die Mineralien, die zu viel sind in einem Organismus, lagern sich im Körper und an den Zähnen an, da sie nur sehr schwer von Leber und Niere auszuscheiden sind. Das macht unter anderem Zahnbeläge.
Dann sind meist noch Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe und Farbstoffe zugesetzt, diese werden aber oft noch nicht einmal genannt. Aber auch sie können den Organismus beeinflussen und haben in einem Hundefutter genauso wenig wie in menschlichem Essen etwas zu suchen.
In der Regel wird Hundebesitzern zu Trockenfutter geraten. Das hat jedoch für den Hund nur Nachteile. Das Futter kann mit Milben verseucht sein, es braucht im Körper sehr lange bis es verdaut ist und belastet so sämtliche Verdauungsorgane und außerdem leidet der Hund dauerhaft unter Wasserentzug - wodurch spätere Nierenprobleme fast vorprogrammiert sind...... Der Wasserbedarf eines mit Trockenfutter gefütterten Hundes liegt bei rund 1l bei einem 20 kg Hund um das Trockenfutter, dem das Wasser ja vorher entzogen wurde, überhaupt verdauen zu können! Ohne das Wasser daß er ohnehin trinken müsste....
Jedoch ist die Ernährung ohne Zweifel das wichtigste Standbein einer guten Gesundheit. Die meisten der heute schon fast überhand nehmenden Krankheiten, wie Krebs, Allergien, Hautprobleme, Nieren- und Lebererkrankungen, Immunschwäche, sind wohl zum großen Teil das Ergebnis der meist eher minderwertigen Fertigfutter (egal ob nass oder trocken), dem wie oben beschrieben Stoffe zugesetzt sind, die einfach in einem Hundefutter (natürlich auch Katzenfutter) so gar nichts verloren haben!
Die Ernährung von meinen Tieren:
Sie bekommen Putenhals, Rinderherz, Rinderleber, Lamm, Kaninchenherz, Kaninchenfleisch, Rindermuskelfleisch, Lunge, Milz, Euter, Hähnchenherz, ganzes Hähnchen mit Innereien, versch. Fisch, Straußenfleisch, Putenfleisch, Ente, Gans, Wild (Reh, Kaninchen), gewolfte Knorpel. Das Fleisch wird entweder gewolft oder in mehr oder weniger großen Stücken gefüttert.
Zusätzlich bekommt Jala Blättermagen und Pansen sowie Hühnerflügel, Putenflügel, ganze Hähnchenhälse, ganze Putenhälse, Kalbsbrustbein und Wildrippen ca. 3x/Woche. Täglich Gemüse (gekochte Kartoffeln, rohe Zucchini, Karotten, Wirsing, Blumenkohl, Brokkolie, Kohlrabi, rote Beete ect.) entweder schon gefroren und püriert oder aber die Reste von unserem Mittagessen (dann auch gekocht). Gerne füttere ich auch eingeweichte Gemüseflocken.
Wenn es mal ganz schnell gehen soll, kann man auch gut auf Babygläschen zurückgreifen. Jala liebt Salatgurke! Außerdem mag sie gerne Petersilie, Brennessel, Dill, Knoblauch... Ca. 2x/Woche bekommet Jala ein ganzes rohes Ei unters Futter - das schmeckt!
Die Katzen mögen rohes Ei nicht sooo gerne. Da misch ich so 1-2x/Woche ein wenig ohne Schale unter ihre Leibspeise :).
Solange Jala im Wachstum war, bekam sie außerdem morgens eine Mahlzeit bestehend aus Joghurt, manchmal mit Frischkäse oder Hüttenkäse, Haferflocken, Kokosflocken, Obst (Banane, Apfel, versch. Beeren, Ananas, Mandarinen, Birne...). Auch hier gab es ab und an mal ein paar Teelöffel aus einem Babygläschen oder aus einem Glas Apfelbrei oder mal ein Smoothie. Man muß nur schauen, daß kein Zucker zugesetzt wurde.
Seit Jala erwachsen ist, bekommt sie morgens ebenfalls Fleisch (wie die Katzen). Jedoch hat sie einen vegetarischen Tag pro Woche (gut für die Verdauung). Dann besteht ihr Menü aus: ein Milchprodukt (Naturjoghurt, Hüttenkäse, Buttermilch...), versch. Gemüse und Obst. Manchmal mit ein wenig Haferflocken, etwas Hirse oder mal ein paar gek. Nudeln. Zusätzlich gibt es täglich ca. 1-2 Teelöffel von einem guten Öl (Leinöl, Distelöl, Lachsöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl im Wechsel) unters Futter.
Ich wurde oft schon gefragt, ob das nicht sehr aufwändig und/oder teuer sei... Nein! Es braucht morgens ca. 10 Minuten länger als nur eine Dose oder eine Tüte aufzumachen. Und abends muß man dran denken, das gefrorene Fleisch aus der Truhe zu nehmen, daß es für den nächsten Tag auftauen kann. Das wars aber schon mit dem Zeitaufwand. Das Fleisch kann man ganz bequem in Internet-Barf-Shops bestellen (es gibt mittlerweile eine immense Auswahl!) und das Fleisch wird gefroren innerhalb max. 2 Tage geliefert.
Es gibt jedoch tatsächlich Fertigfutter, das man ruhigen Gewissens verfüttern kann. Allerdings bekommt man es überwiegend über den Online-Handel (was allerdings auch Vorteile hat - keine Säcke schleppen oder Dosen, alles bequem vor die Haustüre liefern lassen ;-) ). Im Supermarkt gibt es kein einziges Futter, das ich ruhigen Gewissens verfüttern würde! Im Zoohandel gibt es 2, 3 Sorten - ausnahmslos die "weniger bunten, hochglänzenden" und bekannten Sorten.
Denn wenn ein Hersteller sein Geld lieber in die Werbung als in die Zutaten seiner Futtermittel steckt muß ich ihn nicht darin unterstützen.... :-) Das Argument daß z.B. Supermarktfutter so schön günstig ist kann ich widerlegen: erstens geht meist das gesparte Geld langfristig zum Tierarzt. Zweitens ist von eigentlich laut Einkaufspreis teurerem Futter die Menge die gefüttert werden soll viel weniger (da hochwertiger - weniger Menge) und somit braucht man einfach nicht soviel - der Preis relativiert sich in der Regel. Jedoch würde ich auch gutes Trockenfutter nicht ausschließlich geben, sondern immer in Kombination mit hochwertigem Nassfutter. Allerdings nicht zusammen verfüttern. Beide Futterarten haben verschiedene Verdauungszeiten (wie bei Trofu oben schon beschrieben) und können zu Beschwerden führen. Aber z.B. morgens trocken und abends nass füttern ist eigentlich kein Problem.
Auf meiner Linkliste habe ich sehr interessante Seiten mit ganz viel Infos über die Gesundheit und die artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen.